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Bückeburg (sig). Knatensen ist schon seit vielen Jahrzehnten kein selbstständiges Dorf mehr, aber es führt dennoch ein erstaunliches Eigenleben. Dafür sorgt seit 1991 vor allem die Knatenser Bürgervereinigung, die zusammen mit dem Rott das Gemeinschaftsgefühl dieses über 800 Jahre zählenden heutigen Bückeburger Stadtteils hochhält. Zentraler Treffpunkt ist Sümenings Tenne, in der immer wieder Veranstaltungen abgehalten werden. Hier üben auch die „Knatenser Allstars“.
Das sind keine Fußballer, Tischtennisspieler oder andere Sportler, sondern Musikanten. Signifikantes Merkmal: Ihr Altersdurchschnitt ist hoch, und bis auf ein Mitglied haben sie alle beruflich nichts mit Musik zu tun. Für die Ausnahme sorgt Helmut Rinne, der mehrere Instrumente beherrscht und sich auch als Kopf des Ensembles „Little Jazz“ einen Namen gemacht hat. Besonders stolz auf die Zusammensetzung der „Knatenser Allstars“ und auf das von ihnen erreichte Niveau ist Erwin Kornitzki. Der Chef der Bürgervereinigung (seit Gründung) und zugleich auch Mitglied des Ensembles vollendet Ende Juni sein 80. Lebensjahr, besitzt aber immer noch viel Power und Durchsetzungsvermögen. Er spielt bei den „Allstars“ den Bassdrummer und hat um sich herum eine interessante Mischung bekannter Bückeburger Bürger versammelt. Der zehnköpfigen Band gehören unter anderen zwei Mediziner, ein Zahnarzt, ein früherer Postamtschef, ein stellvertretender Bürgermeister und Stadtmajor-Bewerber an, dazu mit Petra Rinne und Hedda Reinke zwei engagierte Ehefrauen. Von Erwin Kornitzki erfuhr die Redaktion, wie alles begann. Bei seiner Geburtstagsfeier spielte 1995 eine Kapelle, von der einige in der großen Runde meinten: „Das können wir auch!“ Und weil Kornitzki ein Mann schneller Entschlüsse ist, ging es danach auch bald los mit dem gemeinsamen Üben. Natürlich in der Tenne, die von den Mitgliedern der Bürgervereinigung gepachtet und in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit zu einem Schmuckstück bäuerlichen Lebensstils hergerichtet wurde. Mit einer zunächst siebenköpfigen Besetzung und viel Freude am gemeinsamen Tun kamen die „Allstars“ so voran, dass sie nicht nur in der Tenne auftreten konnten. Am Anfang waren es vor allem Hoffeste der Bürgervereinigung, bei denen man vor bis zu 180 Gästen aufspielte. Natürlich durfte sich auch das Knatenser Rott auf diese musikalische Unterstützung bei seinen gut besuchten Rottfrühstücken freuen. Inzwischen hatte sich herumgesprochen, dass die „Allstars“ für Stimmung sorgen. Es folgten Auftritte bei „Matjes mit Musik“ in Stadthagen und beim Dorfjubiläum in Scheie. In festlichem Schwarz und mit dazu passender Fliege macht das inzwischen zehnköpfige Team nicht nur musikalisch, sondern auch optisch einen vorzeigenswerten Eindruck. Gemeinsam haben sie die CD mit dem nicht ganz so ernst zu nehmenden Titel „Musik vom anderen Stern“ produziert. Der Kompanieführer der Bürgerschützen, Peter Kohlmann, hat sich zum Vorsänger gemausert. Diese Karriere kommt aber etwas zu spät, um sie auch beruflich nutzen zu können. Unterstützt wird er bei den Gesangseinlagen von Helmut und Petra Rinne sowie von Joachim und Hedda Reinke. Am Anfang fand man vor allem Gefallen am Swing und Jazz. Beim letzten Konzert in der Tenne ging es um Melodien aus den 60-ern Jahren. Und das war wahrlich nicht die schlechteste Phase deutscher und internationaler Popmusik. Auf dem Programm standen beliebte Evergreens wie „Lady Sunshine und Mr. Moon“, „Santo Domingo“ und „Memories of Heidelberg“. Im zweiten Teil bekamen die Zuhörer unter anderem „La Paloma“ , „Pigalle“ und „Rote Lippen soll man küssen“ zu hören. Den Abschluss bildete mit „Hello Mary Lou“ ein weiterer flotter Ohrwurm. Erwin Kornitzki verriet, dass man sich demnächst musikalisch dem nächsten Jahrzehnt widmen werde, also den 70-er Jahren. Das verspricht ein weiterer Höhepunkt der Knatenser Allstars zu werden. Sie haben es verdient, genannt zu werden: Leiter Helmut Rinne (Saxophon, Klarinette, Gesang), Peter Kohlmann (Gesang), Hedda Reinke (Akkordeon, Gesang), Dr. Joachim Reinke (Schlagzeug), Gerhard Heitschmidt (Akkordeon), Bodo Kühn (Klavier), Dr. Hermann Gundlach (Gitarre, Banjo), Thorwald Hey (Bass), Petra Rinne (Percussion, Gesang) und Erwin Kornitzki (große Trommel).
Artikel vom 11.04.2011 Lande-Zeitung
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